Skisport und Umwelt - Jahresbericht 2004/05
Wolfgang Schilling am 27.05.2005 - 07:54 Uhr
Eine der schönsten Formen die Natur zu erleben ist Skitouren im freien Skiraum zu unternehmen. Es ist immer wieder eine Faszination abseits des Pistenrummels Tiefschneeabfahrten zu genießen.
Winterliche Aktivitäten wie Skitouren, Schneeschuhwandern und Snowboarden haben in den letzten Jahren im gesamten Alpenraum stark zugenommen.
Dadurch werden vor allem mit Schneeschuhen vermehrt sensible Gebiete begangen. Immer öfter kommt es somit zu Konflikten mit der Umwelt und dem Naturschutz.
Meine Aufgabe sehe ich vor allem darin, mitzuwirken um auch weiterhin einen umweltverträg-lichen Skisport im freien Skiraum zu ermöglichen.
Um großflächige Betretungsverbote zu vermeiden ist die Einhaltung bestimmter Verhaltensregeln notwendig. Dies beginnt bereits bei der Tourenplanung und der Anreise. Die rechtzeitige Information über das Tourengebiet durch entsprechende Literatur, Touren- und -bergführer ist eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Tour. Eine umweltschonende Anreise, möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Fahrgemeinschaften sollte unbedingt angestrebt werden. Bei allen Touren sollten vorgegebene Routen unbedingt eingehalten werden. Wichtig ist dabei auch die Lebensräume des Wildes zu erkennen, den Tieren auszuweichen und aus der Distanz zu beobachten. Fütterungen umgehen und die Dämmerungszeiten vermeiden, da die Tiere ihre Ruhe brauchen. Eine richtige Zeitplanung bei der Durchführung von Unternehmungen ist nicht nur zur eigenen Sicherheit, sondern auch wegen des Tagesrhythmus des Wildes notwendig. Vor Sonnenaufgang und Sonnenuntergang den Bereich der Waldgrenze und den Aufenthalt auf Rücken und Graten meiden. Waldgebiete sollten nur auf Forststrassen oder den üblichen Routen durchquert werden. Abfahrten durch Wald, besonders Jungwald und Aufforstungen sind zu vermeiden.
Um die Planung und Durchführung von Touren in gewissen Bahnen zu lenken werden im bayerischen Alpenraum bereits seit Jahren Exkursionen mit den verschiedenen Interessengruppen durchgeführt. Dabei werden Empfehlungen für verträgliche Routenführungen erarbeitet. Die gewonnenen Erfahrungen werden nach Möglichkeit in Neuerscheinungen von Tourenführern und Tourenkarten eingearbeitet. Für die einzelnen Tourengebiete wurden Kontaktgruppen gebildet, die diese Gebiete betreuen. Diese Gruppen beobachten die Einhaltung der vorgeschlagenen Maßnahmen. Nach jeder Saison werden Erfahrungen ausgetauscht und wenn nötig weitere Maßnahmen für verträgliche Routenführungen festgelegt.
In letzter Zeit ist ein neuer Trend des Tourengehen zu beobachten. Immer mehr Tourengeher benutzen die Skipisten als Trainingsstätte für ihren Sport. Da diese Art des Tourengehens auch am späten Abend und nachts erfolgt, können dadurch Wildtiere empfindlich gestört werden. Um diese Störungen zu minimieren müssen ausgewiesene Routen und Zeitvorgaben von den Tourengehern eingehalten werden. Zu diesem Zweck wurden Regeln und Tipps für Skitourengeher auf Skipisten erstellt.
An dieser Stelle möchte ich mich noch für die jahrelange gute Zusammenarbeit mit der BSV-Geschäftsstelle, dem Referat Tourenwesen und dem Lehrwesen bedanken.
Meinem Nachfolger wünsche ich eine gute und erfolgreiche Tätigkeit.
Wolfgang Schilling