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Klein, aber fein im Monoskibereich. Jung und jünger bei den Telemarkern – das 3. Telemarkfestival

Aurelia Bittner am 10.01.2012 - 09:48 Uhr

Das 3. Telemarkfestival Bayrischzell sorgte erneut für große Aufmerksamkeit und für viel Begeisterung in den Gesichtern der Teilnehmer. Zu weiteren Impressionen, Ergebnisse und Bildern geht es auf den unten markierten Webseiten und Dateien

Morgenrot zog auf, als die ersten Helfer am Sudelfeld anfingen, für das 3.Telemarkfestival Bayrischzell aufzubauen. „Das wird ein guter Tag“, meinte Chrissi Leitert und bereitete die Anmeldung für die Workshops und das Rennen vor. Wochen der Anstrengung lagen hinter dem Organisationsteam um Wolfi Petters, das nun mit Vorfreude dem ersten und gleichzeitig interessantesten Tag des Festivals entgegensah. Eine Vielzahl von Workshops für den blutigen Anfänger bis hin zum Switch(=Rückwärts)- telemarken für Fortgeschrittene wurden abgehalten, zahlreiche Testmöglichkeiten von Telemarkmaterial stellten die Hersteller verschiedenster Skifirmen zur Verfügung, und sogar Kindermaterial wurde über den Förderverein des Telemarks, Telemark Plus, angeboten. Trotz widrigster Straßenverhältnisse fanden ca. 80 Telemarker und einige Monoskifahrer den Weg ins Sudelfeld bei Bayrischzell.

Der Vormittag wurde dominiert von den beiden Bayerischen Meisterschaften im Telecross (ein Telemarkrennen, bei dem 3-4 Fahrer gleichzeitig starten) und erstmalig auch im Monocross (ein Monoskigerät ist ein Skigerät, das Rollstuhlfahrern das Skifahren und auch die Teilnahme an einem Crossrennen möglich macht).

Der Neuschnee der letzten Tage ließ die Streckenshaper ein abwechslungsreiches Rennen mit Wellen und Sprüngen gestalten, auf das sich 3-5 Telemarker oder Monoskifahrer je Rennen im Kampf um die besten Plätze stürzten.
Auf Grund von Terminüberschneidungen war die Teilnehmerzahl beim Monocross klein, aber fein.

Drei hochdekorierte Nationalteamfahrer, Franz Hanfstingl, Anna Schaffelhuber und Thomas Nolte, die sonst international bei Europa- ,Weltcuprennen und Paralympics starten, zeigten Mut, Einsatz und Kampfgeist, indem sie sich mit höchster Konzentration auf die anspruchsvolle Disziplin einließen. Anna Schaffelhuber meinte: „Der MonoX stellt ganz besondere Anforderungen an die Fahrer. Es geht nicht nur darum, seine Linie zu fahren, sondern man kämpft Seite an Seite, teilweise Skigerät an Skigerät.“ Für die Zuschauer war dies auf jeden Fall ein eindrucksvolles Erlebnis, das viele Nachfragen aufwarf und sie neugierig machte, es selbst auszuprobieren. In einem Workshop Monoski unter der fachkundigen Betreuung durch Sybille Butzmann und unter Anleitung durch die Fahrer des Deutschen Paralympic Teams, der neben den Telemarkworkshops angeboten wurde, konnten sich „Fußgänger“ oder Rollstuhlfahrer in ein Monoskigerät setzen und erste Erfahrungen sammeln.

Die Bayerischen Meisterschaften im Telecross fanden in drei Kategorien statt: Jugend, Damen und Herren. Im Bereich Jugend beeindruckten die Nachwuchstelemarker durch ihre bereits sehr ausgefeilte Technik. Bei den Damen gab es eine Überraschung, als im Finale Auri Bittner einen sensationellen Start hinlegte und die Nationalteamfahrerinnen Moni Rieder, Susann Schubert und das österreichische Nationalteammitglied Gitti Blasisker das Nachsehen hatten. Bei den Herren hingegen überzeugte wieder einmal Tobi Müller, der vor seinem Teamkollegen Jonas Schmid und Hardi Habersetzer sowie Gregor Vogler ins Ziel kam.

Am Stand der Telemarkfriends konnten sich alle Fahrer und Workshopteilnehmer dann wieder aufpäppeln lassen und wurden mit Heißgetränken versorgt.

Nach einer Flowerzeremonie am Hang gab es dann am Abend die große Siegerehrung mit der Verlosung zahlreicher Sachpreise und für die drei Bestplatziertesten selbstgeschnitzte Holzpokale. Der Abend klang mit der Rockabilly-Band „Real Deal“ und den mitreißenden Mundharmonikaklängen von Peter Musch aus. Der Sonntag stand dann im Zeichen des ruhigen Genießens. Mit einem bayerischen Weißwurstfrühstück begannen viele Teilnehmer den Tag, um dann noch Workshops zu besuchen oder sich dem frischgefallenen Powder hinzugeben.

Wie vernetzt die Festivals an diesem Wochenende im Oberland waren, konnte man daran erkennen, dass einige Freunde der freien Ferse bereits am Freitag ein Telemarkfestival in Bad Wiessee besucht hatten und zwei Teilnehmer des Langlauffestivals Bayrischzell sich abends bei der Party zum Telemarken überreden ließen und dann frisch ausgestattet vom Organisationsteam am nächsten Tag mit roten Bäckchen und leuchtenden Augen die Telemarkski gar nicht mehr ablegen wollten. „Jetzt hab ich`s a bissal raus, jetzt hör ich noch nicht auf“, meinte die Langläuferin,die es nicht bereut hat, noch einen Tag verlängert zu haben.
Wieder einmal hat es das eingespielte Team der Schneesportschule Schneestolz geschafft, ein familiäres, rundes Festival auf die Beine zu stellen, bei dem man merken konnte, wie sehr allen an hoher Qualität gelegen war.
„Schee war`s und nächstes Jahr bitte wieder“, so lautete der einhellige Tenor der Teilnehmer.

Ein großer Dank gilt der Sparkasse Miesbach-Tegernsee,die als Hauptsponsor das Festival überhaupt möglich machte, den zahlreichen anderen Sachpreissponsoren, dem BSV und BVS, der tollen Unterstützung durch die Vereinigten Liftbetriebe Sudelfeld und der Gemeinde Bayrischzell.

Weitere Impressionen findet ihr unter: Schneestolz Blog und Fotografie MichaelWolf (Slideshow aller Bilder)



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