
Wintersportfestival 2010

Wintersportfestival 2010

Wintersportfestival 2010

Wintersportfestival 2010

Wintersportfestival 2010
Wintersportfestival: Winterspaß für die ganze Familie
Hübner am 01.03.2010 - 15:39 Uhr
Es ist der Tag des Abschieds. Drüben in Kanada, in Vancouver, erklärt IOC-Präsident Jacques Rogge die Olympischen Winterspiele 2010 für beendet, lädt die Jugend der Welt für 2014 nach Sotschi ein. Hier, in München, beginnt in der strahlenden Frühlingssonne der Schnee zu schmelzen, den man drüben im Stadion tonnenweise bereitet, gehortet, konserviert und schließlich auf den Platz vor der Eissporthalle transportiert hat. Um den Leuten zu zeigen, wie viel Spaß der Winter macht. „Die haben toll gearbeitet“, lobt Axel Müller vom Skiverband München seine Mitarbeiter und die des Bayerischen Skiverbandes, die in vielen Stunden den Münchner Olympiapark in ein Wintersportparadies verwandelt, den Münchnern ein dreitägiges Wintersportfestival geboten haben.
Der Winter geht, der Spaß bleibt. Drüben, auf dem Olympiaberg, haben sie eine schmale Schneespur gelegt, die auf eine Schanze zuführt und nun den Freestylern vor der Zeltdachkulisse des Olympiastadions phantastische Höhenflüge ermöglicht. Etwas unterhalb lädt eine kleine Skipiste die Jüngsten ein, das mit dem Skifahren mal auszuprobieren und vielleicht einer Maria Riesch nachzueifern, die gerade mit zweimal Gold aus Vancouver zurückkehrt. Noch mehr Anklang aber findet die Biathlon-Strecke, der Zweikampf mit Langlaufen und Schießen hat mit Magdalena Neuners Olympia-Triumph noch eine weitere Aufwertung erfahren, „jeder“, sagt Wolfgang Weißmüller vom Bayerischen Skiverband, „will das jetzt selbst ausprobieren.“
Biathlon boomt. Nun rennen Kinder und Jugendliche auf den Schneeresten um die Wette, unter Anleitung erfahrener Trainer lernen sie den Umgang mit der Waffe, dem Lasergewehr, mit dem sie nun, fast schon so gekonnt wie die Neuner in Vancouver, mitten ins Schwarze zu treffen versuchen. Biathlon ist eine der ganz großen Attraktionen für die insgesamt knapp 20.000 Besucher, die hier, in der Frühlingssonne, noch einmal so richtig den Winter genießen wollen.
Nun ist auch Uli Florl von Radio Arabella in die Biathlon-Arena gekommen, der die Veranstaltung launig moderiert. Er liegt an einem der Schießstände und muss zugeben, dass das doch nicht ganz so einfach ist, die Scheiben zu treffen. Die Jungs aus Ruhpolding können das deutlich besser. Schließlich sind sie alle Mitglieder des Nachwuchs-Stützpunktes und Deutschlands Hoffnung für 2018, wenn, vielleicht, hier im Olympiapark die übernächsten Winterspiele eröffnet werden. Geduldig kümmern sie sich um die Anfänger, erklären die Skitechnik, helfen bei den ersten Schritten auf den dünnen Brettern, geben Tipps. „Richtig schön, wie die sich mit den Kleinen beschäftigen“, freut sich Wolfgang Weißmüller.
Natürlich darf man auch Langlaufen ohne zu schießen. Hinter dem Info-Zelt des BSV wurde die Loipe angelegt, Ski, Schuhe und Stöcke bekommt gestellt, wer sich hier mal an der richtigen Gleittechnik versuchen und Geschmack finden will am Erlebnis Skilanglauf. Natürlich ist es hier nicht so ruhig wie draußen im winterlichen Wald, wo der Skilanglauf zu einem einzigartigen Naturerlebnis werden kann. Aber dafür bekommt man hier ein paar Tricks und Tipps von echten Könnern und Skilehrern, die einem helfen, künftig noch mehr Spaß am Winter zu finden.
Inzwischen haben sich die Leute wieder in Richtung Olympiaberg bewegt, wo nun die große Freestyle-Show beginnt. Atemberaubende Sprünge, sensationelle Drehungen in der Luft zeigen die Jungs der Münchner Freestyle-Szene auf ihren Ski und Snowboards dem erstaunten Publikum. Zur Nachahmung geeignet, aber wirklich nur für Geübte. Sven ist 15, hat das auch schon mal ausprobiert beim Snowboarden, nun im Fernsehen bei Olympia fasziniert zugeschaut: „Das ist echt cool, das will ich auch mal können“, schwärmt er und freut sich, hier in München mal die Gelegenheit zu bekommen, ein bissen zu üben.
Skisport besteht ja nicht nur aus den klassischen Disziplinen, gerade Vancouver hat den Fokus auch auf neue, spannende, junge Variationen gerichtet. Funsport-Arten auf Ski und Snowboard erobern die Welt und Olympia, hier kämpft Deutschland noch um den Anschluss. Mit Veranstaltungen wie diesen lassen sich Kinder und Jugendliche begeistern, genau das war auch eine Intention für den Bayerischen Skiverband: „Wir wollen hier Begeisterung wecken und die Vielfalt zeigen, die der Skisport bietet“, sagt Wolfgang Weißmüller. Das scheint gelungen. Und deshalb war es jede einzelne Minute wert, die in dieses Wintersportfestival investiert wurde.
„1400 Tonnen Schnee haben wir mit hierher geschafft“, erzählt Axel Müller, „zehn Stunden lang sind ununterbrochen sechs LKW vom Olympiastadion hierher gefahren, insgesamt 240 Ladungen wurden transportiert.“ Ein Riesenaufwand. Doch nichts wollen die Verbände, die Stadt und die Olympiapark GmbH unversucht lassen, um München in olympische Vorfreude zu versetzen, den Spaß am Wintersport zu schüren. Am Samstagabend schickte man eine Lichterbotschaft nach Vancouver. Damit der IOC-Präsident in vier Jahren in Sotschi die Jugend der Welt dann nach München einladen kann. Zu den Olympischen Winterspielen 2018, in München und Garmisch-Partenkirchen.
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