Länder Vergleichskampf Tirol, Südtirol Bayern
am 15.04.2010 - 12:52 Uhr
Auf Markus Wasmeiers Spuren – Bayerns alpine Schüler Zweite im Ländervergleich
Sogar der Winter war noch einmal zurückgekommen. Als Markus Wasmeier, der Schirmherr, die Teilnehmer des alpinen Länder-Vergleichskampfs zwischen Tirol, Südtirol und Bayern in seinem Bauernhof-Museum am Schliersee zur Siegerehrung begrüßte, begann es zu schneien. Oben am Spitzingsee hatte über Nacht die Kälte für beste Bedingungen gesorgt und für einen krönenden Abschluss der Saison, für die meisten Aktiven gleichzeitig der Abschluss ihrer Schülerzeit. Schon die Unterbringung war ein tolles Erlebnis – alle 75 Teilnehmer der 3 Nationen inkl. Betreuer wurden im BLSV Haus BergSee direkt am Hang bestens versorgt.
„Es ist eine hervorragende Gelegenheit, sich international zu vergleichen, bevor ihr euch nun im Jugendbereich immer wieder trefft, einige bestimmt später auch im Weltcup“, rief Wasmeier den jungen Ski-Assen zu und erinnerte sich zurück an 1977, als er selbst am Zahmen Kaiser Kufstein bei diesem traditionellen Vergleichskampf den Riesenslalom gewonnen hatte.
Einen bayerischen Sieg gab es bei der 37. Auflage nicht zu feiern, in der Gesamtwertung des Vergleichs setzte sich Tirol vor Bayern und Südtirol durch, auch in den Einzelwertungen stand kein Teilnehmer aus Bayern ganz oben. Doch es gab herausragende Platzierungen, so durch Kathrin Summerer vom Ausrichter SG Hausham, die im Slalom Vierte und im Riesenslalom sogar Zweite wurde. Bei den Buben erreichten Alexander Bayer, ebenfalls von der SG Hausham, und Michael Osterhammer vom WSV Aschau mit den Plätzen drei und vier im Slalom die besten Resultate. Top Ten-Platzierungen verbuchten auch Sandra Wess (ASV Mais), Christina Sauter (SC Marktoberdorf), Monika Hümmer (SC Garmisch), Lukas Krahnert (RG Burig Mindelheim), Philipp Porwol (WSV Bischofsweisen), Lisa Härtl (SC Garmisch) und Simon Dellner (SC Aibling).
Als „nicht super“, aber zumindest als „sehr gute Leistung“ stufte Trainer Anderl Ertl das Abschneiden der Bayern ein. „Mit etwas mehr Glück hätten wir den Tirolern gefährlich werden können“, so der frühere Weltcup-Fahrer, der den kurzfristigen Ausfall von Daniel Bittner (SC Partenkirchen) verkraften musste, in der deutschen Schülerrangliste auf Platz drei hinter Bayer und Krahnert. Natürlich wolle man „als Titelverteidiger wieder ganz oben stehen“, doch auch wenn das nicht geklappt hat, hat man doch bewiesen, dass man im Schülerbereich durchaus mithalten kann mit den Nachbarn, die man in den letzten fünf Jahren sogar dreimal besiegt hat.
Ertl führt das auf die verbesserten Strukturen im Nachwuchsbereich zurück, auf die Bestellung hauptamtlicher Trainer, auf die gute Arbeit des Bayerischen Skiverbandes, der Partnerschulen des Wintersports. „Mit dem Christophorus-Gymnasium in Berchtesgaden haben wir eine gute Möglichkeit, um die Talente dann auch nach oben durchzubringen“, meint Ertl und sagt: „Wir müssen nicht immer neidisch nach Österreich schauen, unsere Erfolge bei Junioren-Weltmeisterschaften zeigen, dass es auch bei uns geht.“ Dort hat Christina Geiger Gold gewonnen, Lena Dürr und Stefan Luitz holten Silber und unterstrichen, dass aus den Schülerklassen wieder echte Talente nachrücken.
Bei den Mädchen reift nicht nur mit Kathrin Summerer und Monika Hümmer vielversprechender Nachwuchs heran, auch bei den Buben sorgen zum Beispiel Alexander Bayer und Lukas Krahnert für Hoffnung, dass spätestens 2018 auch bei den deutschen Männern wieder mehr Medaillenkandidaten zur Verfügung stehen. „Die sind dann 23, ein gutes Alter“, rechnet Ertl hoch und meint: „Wäre schon toll, wenn bei den Winterspielen hoffentlich im eigenen Land einige von diesen Rotzlöffeln dabei wären.“
Das Talent jedenfalls haben sie, nun müssen sie noch beweisen, dass sie sich auch im Jugend- und später im Erwachsenen-Bereich durchsetzen können. „Eine Augenweide, wie ihr Ski fahrt“, lobte schon mal Alexander Springer von der SG Hausham, Rennleiter des Ländervergleichskampfs, vor der Siegerehrung. Springer hat mit seinen Kollegen nicht nur Hausham zu einer Hochburg für den alpinen Nachwuchs gemacht, sondern unterstützt auch mit seinem Software-Unternehmen „prevero“ als Premium-Sponsor den Bayerischen Skiverband.
„Die Parallelen zwischen der hohen Leistungsbereitschaft unseres Unternehmens und der der Athleten ist offensichtlich, zudem liegt uns die intensive Förderung unserer jungen Skitalente sehr am Herzen“, sagt Springer, der mit der perfekten Organisation des Vergleichskampfs auch die hohe Leistungsbereitschaft der SG Hausham unterstrichen hat.
Als Markus Wasmeier unter den wohl letzten Schneeflocken dieses Winters die jungen Athleten mit den besten Wünschen verabschiedete, ging ein tolles Wochenende, ein toller Wettkampf zu Ende. Vielleicht sieht man 2018 ja wirklich einige dieser Akteure bei Olympia. Wasmeier, der Sieger von 1977, wurde übrigens genau acht Jahre danach in Bormio Weltmeister.