65 Jahre-Pfingstskispringen in Bischofsgrün

Am Pfingstsonntag eröffnete der Ski-Club Bischofsgrün auf den drei Anlagen in der Ochsenkopf-Schanzenarena die Sommerserie im Skispringen.

Zum Jubiläum der langjährigen Sommerskisprungtradition in Bischofsgrün kamen knapp 1200 Zuschauer in die Ochsenkopf-Schanzenarena um Skispringen bei sommerlichen Temperaturen endlich einmal wieder nicht nur am TV, sondern live erleben zu können.

Fünfzig Skispringerinnen und Skispringer aus dem  Allgäu, Harz, Thüringen, Sachsen und vom Ausrichter SC Bischofsgrün, waren am Start, von denen zunächst die jüngsten Sportlerinnen und Sportler auf der kleinsten Anlage, der HS17m-Schanze begannen. Hier zeigte vor allem Babette Grüner (SC Bischofsgrün) mit Sprüngen auf zweimal 12m ihr Talent und gewann damit auch ihre Altersklasse S9. Erfreulich ist, dass mit Paul Esprester erstmals auch der SC/TV Gefrees einen Teilnehmer stellen konnte. Esprester belegte hinter Grüner den zweiten Rang der S9. In der S10 sprang Tim Lorenz (SC Bischofsgrün) im zweiten Durchgang ebenfalls auf 12 Meter, kam jedoch bereits im ersten Durchgang einen halben Meter weiter auf 12,5 Meter und holte sich damit neben seinem Klassensieg auch noch die Tagesbestweite auf der kleinen Schanze.

Auf der HS34m-Schanze beherrschte Finn Weigel vom SC Bischofsgrün den Wettbewerb. Ein Raunen ging durch die Zuschauerreihen als er bereits im ersten Durchgang einen weiten Sprung auf 28 Meter sicherem Aufsprung zeigte. Doch er kann es noch besser, was er mit einer Steigerung auf 29 Meter im zweiten Sprung bewies. Doch auch stylistisch sprang er sehr gut und erreichte damit zusammen 202 Gesamtpunkte. Mit seiner Leistung gewann er nicht nur in der S10, er hatte damit auch alle älteren TeilnehmerInnen auf dieser Schanze distanziert. Als Belohnung dafür bekam das Nachwuchstalent dann neben seinem Pokal auch noch ein hochwertiges Focus-Mountainbike eines Bayreuther Fahrradhändlers als Siegesprämie überreicht. In der Schülerklasse 11 musste sich Magdalena Hacker (SC Bischofsgrün) nur knapp geschlagen geben, mit 24 und 24 Metern sprang Nele Steiner (WSV 08 Lauscha) zwar gleiche Weiten, doch die Thüringerin hatte etwas bessere Haltungsnoten und setzte sich knapp mit 2 Punkten Vorsprung vor Hacker durch. In der Schülerklasse 12 konnte sich mit Lukas Krenz (WSV 08 Lauscha) ein weiterer Thüringer durchsetzen, weite Sprünge auf 29 und 28 Meter brachten ihm den Sieg vor dem besten Mädchen auf dieser Schanze. Leila Schülein (SC Bischofsgrün) sprang mit 26 und 27 Meter hier nicht nur auf den zweiten Platz, sondern gleich anschließend noch als Vorspringerin auf der großen Anlage.

Das Springen auf der großen Ochsenkopf-Schanze der eigentlichen Jubiläumsschanze folgte, die Schanze auf der bereits 1957 das erste Mattenskispringen, der damaligen „westlichen“ Welt durchgeführt wurde. Nach zwei Modernisierungen 1975 und 2007 präsentierte sich der Jubilar den Sportlern im besten Zustand.

Doch auch die Sportler selbst präsentierten sich bestens. Weite Sprünge auf der HS71m zeigte hier der Harzer Leif Fricke (SK Wernigerode). Zweimal 65 Meter weit gingen seine Flüge knapp über den sogenannten Kritischen Punkt bei 64m, an dem der geneigte Aufsprunghang wieder in einen Radius übergeht. Zusammen mit seinen sehr guten Haltungsnoten bedeutete dies nicht nur den Gewinn der Juniorenklasse J19, sondern auch die beste Leistung des Tages auf der großen Anlage.

In der Herrenklasse 21 blieb Martin Wagner (TSV 1861 Spitzkunnersdorf) mit zunächst 61 Metern etwas unter seinen eigenen Erwartungen. Doch im zweiten Durchgang zeigte er was er kann und erreichte mit 66 Metern die Tagesbestweite unter allen Teilnehmern der Veranstaltung. Direkt hinter Wagner folgte Patrick Essbach (SC Bischofsgrün) auf dem zweiten Platz, mit Sprüngen auf 58 und 59 Metern. Dritter wurde Max Hedler (SC Bischofsgrün) mit zweimal 49,5 Metern, wobei die kürzere Weite hier seinem leider noch vorhandenen Trainingsrückstand zuzuschreiben ist.

Trainingsrückstand gab es auch bei Tobias Munder (SC Bischofsgrün), der Einheimische hatte, Pandemie bedingt, drei Jahre pausieren müssen und begann erst kurz vor der Veranstaltung wieder mit dem Skisprungtraining. Dass man Skispringen nicht so leicht verlernt zeigte der ehemalige Nordische Kombinierer der DSV-Jugendkader, übrigens auch ehemaliger Internats-Mitschüler so erfolgreicher Sportler wie Severin Freund oder Markus Eisenbichler, dann an diesem Sonntag. In der Altersklasse 31 setzte er sich mit Sprüngen auf 62,5 und 65 Meter souverän durch und gewann diese Gruppe. In einer Klassenübergreifenden Gesamtwertung der HS71m hätte dies an diesem Tag den dritten Platz bedeutet. Hinter Tobias Munder landete der Vereinstrainer des SC Bischofsgrün, Phillip Roderer, mit Sprüngen auf 55,5 und 57,5 Meter auf Platz zwei.

 

Post Author: BSV