Der Gedanke war so naheliegend und daher schnell gefasst: āEigentlich sind doch Snowboarder und Wakeboarder gar nicht so weit voneinander entfernt!?ā Und so einigten sich der PrƤsident des Bayerischen Skiverbandes, Herbert John, und der PrƤsident des Bayerischen Motoryachtverbandes, Klaus Weber, im Frühjahr 2021 schnell darauf, gemeinsam diese Idee voranzutreiben. Denn wo gibt es bessere Mƶglichkeiten, den Wakeboardsport in den Winter zu verlegen, als in Bayern. Die Idee dahinter war nichts weniger als die Kooperation mit anderen SportfachverbƤnden und Nutzung der bereits vorhandenen Ressourcen bis hin zu wechselseitigem Training unter Anleitung der Fachtrainer. Und auch Fritz Lauch, VizeprƤsident für Jugend und Sport im BMYV, konnte diesem verbands- und saisonübergreifenden Sportkonzept sofort etwas abgewinnen. Gerade der neu gegründete Wakeboard-Kader kƶnnte davon besonders profitieren, wenn auch im Winter trainiert werden kann. Gedacht, gesagt und getan. Die Einladung des Bayerischen Skiverbandes ā vertreten durch den Sportdirektor Andreas Scheid von Snowboard Germany ā wurde daher dankend angenommen. Innerhalb kürzester Zeit stand die Planung, sodass kurz vor Weihnachten das Wintertrainingslager im Regionalzentrum Gƶtschen des Bayerischen Skiverbandes starten konnte. Nachdem das im Herbst geplante Sportcamp des Landeskaders Wasserski aufgrund der Corona-Entwicklung ausfallen musste, schlossen sich auch die WasserskilƤufer dem Wintercamp unter dem Titel āWake meets Snow!ā an. Die Kadersportler/innen Wakeboard und Wasserski reisten mit ihren Trainer/innen und Betreuer/innen am Freitag an und wurden vom Camp-Leiter Fritz Lauch vor Ort begrüĆt. Vor dem Check-in mussten alle Teilnehmer/innen die geforderten Impfnachweise vorlegen, bei Schülern genügte ein aktueller Schnelltest. Nach einer kurzen Vorbesprechung und dem gemeinsamen Abendessen ging es dann auf die Piste. Dort wurden die Wakeboarder von Sebastian Schƶndorfer von Snowboard Germany empfangen. Nach einer kurzen Sichtung der Sportler/innen erfolgte die Gruppeneinteilung mit anschlieĆendem Training. Die WasserskilƤufer/innen trainierten ebenfalls selbststƤndig nach durchgeführtem Check-up. Um die AnfƤngerinnen und AnfƤnger kümmerte sich Iris Bauer, die sowohl die Trainer-C Lizenz des Wasserskiverbandes sowie die Lizenz des Skiverbandes besitzt und damit in beiden Sportarten verwurzelt ist. Das Training unter Flutlicht endete gegen 21.00 Uhr und wurde am Samstagmorgen am Treffpunkt Talstation Gƶtschen fortgesetzt. Snowboardtrainer Sebastian Schƶndorfer hatte dazu zwei weitere Trainer/innen zur VerstƤrkung mitgebracht. Nach dem Trainingsende auf der Piste ging es am Nachmittag noch weiter zum Hallentraining. Unter Leitung von Sebastian Schƶndorfer veranschaulichten die dortigen Trainingseinheiten, wie viele Parallelen beim Aufbau der Ćbungen der Wakeboard-, der Snowboard- und der Wasserskisport haben. Schnellkraft, Balance-Gefühl und hohe Kƶrperspannung sind spezielle Anforderungen für die Ausübung aller drei Sportarten. Um gemeinsame Trainingserfolge und sportliche Leistungen zu verbessern, das war nach diesen Ćbungen allen Beteiligten klar, wƤre eine weitere strategische Zusammenarbeit in den Sommer- und Wintermonaten ein wünschenswertes Ziel für die Sportler/innen der beiden VerbƤnde. Nach Rückkehr und dem gemeinsamen Abendessen hielt Marcel Friedrich seinen Anti-Dopingvortrag mit dem Ziel, frühzeitig die jungen Kadermitglieder für dieses Thema zu sensibilisieren. Im Anschluss erinnerten die Wasserski-Landestrainer Andreas Hillenbrand und Marcel Friedrich an die Highlights und Erfolge der vergangenen Saison mit spektakulƤren Videos von den WettkƤmpfen und Fotos der strahlenden Sieger/innen. AnschlieĆend wurde vom Trainierteam am Sonntagvormittag ein kleines Rennen unter allen Teilnehmenden Sportler/innen organisiert. Die Trainer vom Snowboardteam Germany steckten ein Slalomfeld, wie es für Raceboard-Rennen üblich ist, ab und stoppten die Zeiten. Jeder hatte zwei DurchlƤufe und somit die Chance, seine persƶnliche Zeit nochmal zu verbessern. Beim abschlieĆenden gemeinsamen Mittagessen in der Gƶtschenalm wurden die Urkunden für das Rennen überreicht. Dabei lieĆ es sich Sebastian Schƶndorfer nicht nehmen, in einer kurzen Rede seine Begeisterung für die talentierten Athlet/innen aus dem Wassersport zu betonen. Mit einem Schmunzeln gestand er, dass er sich das Wochenende mit den āYacht-Fahrernā ganz anders vorgestellt hatte und positiv überrascht wurde, hier mit ambitionierten Sportler/innen trainieren zu dürfen. Und er verdeutlichte dabei auch seine Vorfreude, wenn er mit seinen Snowboarder/innen im Sommer an die Seilbahn am Steinberger See zum Gegenbesuch kommen wird. Dort kƶnnen dann die Wintersportler/innen ihr Kƶnnen auf dem Wasser unter Beweis stellen. Aus Sicht beider SportfachverbƤnde wurde mit diesem ersten sportartenübergreifenden Trainingswochenende ein Meilenstein für eine langfristige strategische Zusammenarbeit zum Wohle des Winter- und Wassersports erreicht. Text: Bayerischer Motoryachtverband e.V.